Jeder Mensch ist einzigartig, und genauso verhält es sich auch bei Hunden – jeder Vierbeiner reagiert auf seine eigene Art und Weise. Daher kann jeder Hundekontakt zu einem Abenteuer werden, sowohl für den Hund als auch für den/die Besitzer:in. Doch was bedeutet es, wenn dein Hund ständig andere Hunde anbellt? Sollte man dieses Verhalten immer bestrafen? Die Antwort ist: nein. Wir enthüllen die möglichen Gründe hinter dem Bellen deines Hundes gegenüber anderen Hunden.
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Hund bellt andere Hunde an: Das sind die Gründe & Ursachen
Es kann ziemlich anstrengend sein, wenn der eigene Hund bei der Begegnung mit einem Artgenossen immer bellt und an der Leine total ausrastet. Doch was genau steckt hinter diesem Verhalten? Das von vielen Menschen als aggressiv empfundene Verhalten gehört an sich zu der normalen Kommunikation unter Hunden. Der Sinn des Verhaltens ist hierbei eine sogenannte Distanzvergrößerung.
Die Leinenführung der Vierbeiner ist eine unnatürliche Einschränkung für die Tiere. An der Leine können sie manchen Begegnungen nicht aus dem Weg gehen und müssen durch das Bellen und das Toben an der Leine eine gewünschte Distanz zu Artgenossen schaffen.

Außerdem gibt es noch folgende Gründe laut eDogs.de für das Anbellen anderer Hunde:
- Fehlende Sozialisierung im Welpenalter
- Übereifer, Teilnahmezwang, hohen Energieüberschuss
- Aggression durch ggf. falsche Hundeerziehung
- Aufregungs- und Entspannungsprobleme
- sexuelle Frustation oder Langeweile
- Angst oder Unsicherheit
- Starkes Dominanzverhalten
- Beschützerinstinkt
- Starker Herdentrieb, Territorialverhalten
- Verteidigung von Ressourcen (Futter, Leckerlis, Spielzeug)
- Negative Erinnerungen
- Schmerzen
- Große Freude
Hund bellt andere Hunde an: Wie finde ich heraus, was er mir damit sagen will?
Das Wichtigste, wenn dein Hund andere Hunde anbellt, ist es, herauszufinden, warum er dieses Verhalten an den Tag legt. Denn einige Verhaltensweisen sollten definitiv nicht bestraft werden, sondern andere Folgen haben.
Oft ist das unerwünschte Bellen auf territoriale Aggressionen zurückzuführen. Viele Hunde können es einfach nicht leiden, wenn andere Vierbeiner sich in „ihrem“ Revier aufhalten – schlimmer noch, wenn sie sich im Spiel befinden. An sich wollen die Hunde dann nur den Bereich, in dem sie und ihre Besitzer:innen sich befinden, verteidigen.

Auch sexueller Frust kann dazu führen, dass dein Hund andere Hunde anbellt. Der Vierbeiner will dann gleichgeschlechtliche Artgenossen vertreiben – und das passiert vor allem bei Rüden, wenn sie unkastriert sind. Deine Fellnase kann es in diesem Zusammenhang einfach nicht leiden, wenn sich Konkurrenten in der Nähe aufhalten. Sexueller Frust lässt sich neben dem Bellen auch durch Aufstampfen mit den Vorderpfoten, einer steifen Körperhaltung und einem gehobenen Kopf erkennen.
Hund bellt andere Hunde an: Wie kann man es ihm abgewöhnen?
Die Frage ist nun: Wie kann man dem Hund dieses Verhalten abgewöhnen? Immerhin ist es ziemlich anstrengend, wenn jede Hundebegegnung absolut unentspannt und mit vielem Bellen abläuft. Empfehlenswert ist es, mit einem professionellem/r Hundetrainer:in gemeinsam an dem Bellen zu arbeiten. Die professionelle Hilfe kann am besten beurteilen, welche Auslöser und Ursachen zu dem unliebsamen Verhalten führen.
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Wir haben noch einige weitere Tipps für dich gesammelt, die dir helfen werden, das Anbellen von anderen Hunden zu unterbinden beziehungsweise abzutrainieren:
- Bleibe entspannt und ignoriere das unerwünschte Verhalten; gebe deinem Hund nicht die Aufmerksamkeit, die er einfordert.
- Strahle Sicherheit aus und gehe bestimmt und sicher an dem anderen Hund vorbei.
- Lenke deinen Vierbeiner mit einem Spielzeug, mit deiner Stimme oder einem Leckerli ab.
- Arbeite an deinem Vertrauensverhältnis mit deinem Hund.
- Lasse die Leine deines Hundes locker, damit er sich nicht eingeengt fühlt.
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So solltest du nicht reagieren, wenn dein Hund andere Hunde anbellt
Wie wir oben schon beschrieben haben, bringt es nicht so viel, wenn du deinen Hund ausschimpfst oder ihn bestrafst, wenn er andere Hunde anbellt. Eine falsche Reaktion kann die Situation sogar noch verschlimmern. Vermeide deshalb unbedingt, in Panik oder Unruhe zu verfallen, sobald du andere Vierbeiner siehst. Diese Unruhe überträgt sich automatisch auf deinen Hund und ruft bei ihm erhöhte Wachsamkeit auf.
Wichtig ist es zudem, entspannt zu bleiben. Wenn du entspannt bist, ist es dein Hund auch. Strahle Ruhe aus und vermittle deinem Hund, dass alles in Ordnung ist. Sollte dein Vierbeiner sich auf einen anderen Hund fixieren und zum aktiven Angriff bereitmachen, gilt es, die Situation ernst zu nehmen. Oft bleibt dann nichts anderes übrig als ein Spurwechsel – der unbedingt entspannt und ruhig ablaufen sollte.

Unsere Autorin Anika ist mit ihrem Hund Sherlock das Dream-Team schlechthin. Alle Tipps und Tricks, die Anika in ihren Artikeln gibt, sind deshalb Hunde-approved und vorher gemeinsam mit Sherlock ausprobiert worden.